Startseite
  Über...
  Böhse Onkelz (Geschichte)
  Böhse Onkelz (Steckbriefe)
  Böhse Onkelz (Songtexte)
  Spielplan vom KSC Saison 07/08
  ACAB
  1. Liga (ergebnisse)
  1. Liga (tabelle)
  Jugendschmutzgesetz
  Motzky
  SMS-Sprüche
  10 kleine Raucherlein
  Dumme Sprüche
  echt gemein ist...
  Ihr erste Mal
  Sometimes
  Traurigkeit und Hoffnung
  Neuer Alkoholtest
  Sache zum lache^^
  Witze
  Gästebuch

   Pirates of the night
   Miri un Lisa
   KSC

Webnews



http://myblog.de/motzky

Gratis bloggen bei
myblog.de





Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlangkam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht. Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen. Das Wesen, das da im Staub saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau fragte: ,,Wer bist du?’’ Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. ,,Ich? Ich bin die Traurigkeit’’ , flüsterte die Stimme. ,,Acht die Traurigkeit!’’ , rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen. ,,Du kennst mich?’’, fragte die Traurigkeit. ,,Natürlich erkenne ich dich immer wieder! Einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.’’ ,,Ja aber...’’, argwöhnte die Traurigkeit, ,,warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?’’ ,,Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weist doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?’’ ,,Ich...ich bin traurig.’’ ,,Traurig bist du also’’, sagte die kleine, alte Frau, ,,erzähl mir doch, was dich so bedrückt.

Die Traurigkeit seufzte. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. ,,Ach, weist du’’, begann sie zögernd, ,,es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest. Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen, und sie spüren das reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen, und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder sie betäuben sich mit Alkohol oder Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.’’
,,Oh ja’’, bestätigte die alte Frau, ,,solche Menschen sind mir schon oft begegnet.’’ Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. ,,Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.’’

Die Traurigkeit weinte herzergreifend. Die kleine, alte Frau nahm sie tröstend in ihre Arme. ,,Weine nur, Traurigkeit,’’ flüsterte sie liebevoll, ,,ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt.’’ Die Traurigkeit hörte auf zu weinen: ,,Aber wer bist du eigentlich?’’, fragte sie ihre Gefährtin:,, Ich?’’, sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, ,,ich bin die Hoffnung.’’



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung